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Version vom 11. Dezember 2011, 14:55 Uhr

F. K. Ginzkey

Prof. Dr. Franz Karl Ginzkey (* 8.11.1871 Pola, Istrien; † 11.4.1963 Wien) war Schriftsteller (53 Bücher) und Ehrenbürger der Gemeinde Seewalchen.

Leben

Nach der Volks- und Realschule in Pola besuchte er die Marineakademie um Offizier zu werden. Zu dieser Zeit begann er auch zu dichten. Die Infanterie-Kadettenschule schlosss er mit überdurchschnittlichem Erfolg ab. 1891 wurde Ginzkey nach Salzburg zum 59. Infanterie-Regiment „Erzherzog Rainer“ versetzt. Die Eindrücke von einer Garnison in Braunau verarbeitete er in seinem ersten Roman „Jakobus und die Frauen“.

Ab 1892 erschienen in Wiener und Berliner Zeitschriften unter verschiedenen Pseudonymen Gedichte. 1897 bewarb er sich um eine Stelle als Kartograph am militärgeographischen Institut in Wien, wo er 15 Jahre blieb. Seine erste Lyriksammlung 1901 blieb ohne besonderen Erfolg, 1904 kam sein Kinderbuch „Hatschi Bratschi Luftballon“, es wurde sein berühmtestes Werk.
Er traf bekannte Persönlichkeiten, wie Rudolf Hans Bartsch und Stefan Zweig. Peter Rosegger verhalf ihm 1906 die zweite Lyriksammlung „Das heimliche Läuten“ zu verlegen. Durch R. H. Bartsch kam er erstmals nach Seewalchen. 1915 ging er auf eigenem Wunsch als Kriegsberichterstatter an die Tiroler Front. Nach dem Ende des 1. Weltkrieges wurde er dem Kriegsarchiv zugeteilt, wo er auch Rainer Maria Rilke traf.
1921 erfolgte die Versetzung in den Ruhestand und er zog auf Einladung seines Freundes Stefan Zweig nach Salzburg. Seine Sommer verbrachte er in Seewalchen oder in Bad Goisern. 1924 war er an der Gründung der Salzburger Festspiele beteiligt, derem Kuratorium er jahrzehntelang angehörte. Die folgenden zehn Jahre bedeuteten für ihn die wichtigste Schaffensperiode. Er war Mitglied im österreichischem Staatsrat 1934-1938 und Vorsitzender des Schriftsteller-Schutzverbandes.
1935 wurde er zum Vorsitzenden der Adalbert-Stifter-Gesellschaft gewählt, 1938 kehrte er nach Wien zurück.
1941 trat er der NSDAP bei, war aber nicht einer der prominenten Dichter der Ostmark. Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte die Neuauflage vieler älterer Ginzkey-Bücher, ein neuer literarischer Aufschwung folgte. In der Nachkriegszeit galt er als der Dichter Altösterreichs. 1963 starb er in Wien.

Ginzkey und Seewalchen

Die Ehrenbürgerurkunde von F. K. Ginzkey (hergestellt von Anton Schmoller.)

1944 verlegte Ginzkey seinen Hauptwohnsitz nach Seewalchen (Villa Gerhardus, heute Atterseestraße 96), wo er später Ehrenbürger wurde und auch seine Goldene Hochzeit feierte.
Hier entstanden unter anderem die „Fünf Lieder an den Attersee“.
In Seewalchen gibt es die Straßenbezeichnung:Dr.-Franz-Karl-Ginzkey-Weg.
Oberhalb des Litzlberger Kellers erinnert eine Granitstele an diesen großen Erzähler. Sie steht am Ende des verlängerten Dr.-Franz-Karl-Ginzkey-Weges.
Auch in Lenzing, Vöcklabruck und Wels sind Straßen nach ihm benannt.
In einem Zeitungsartikel in den 1940er Jahren hat der die Malerei des Seewalchners Anton Schmoller gewürdigt.

Im Zuge der Idee, das Seewalchner Schulzentrum nach Ginzkey zu benennen, kam es zu einer regionalen öffentlichen Diskussion, die sich im Wesentlichen mit seiner NSDAP-Zugehörigkeit und einiger seiner Werke, die als Unterstützung für die Nazi-Idiologie aufgefasst wurden, beschäftigte.
Schließlich hat der Gemeinderat von der Schulbenennung Abstand genommen.

Werke (auszugsweise)

  • Lyrik: Ergebnisse (1901); Das heimliche Läuten (1905); Balladen und neue Lieder (1910); Es war einmal (Altwiener Balladen 1922); Lieder, Balladen Erzählungen (1925), Vom tieferen Leben (1938); Der Tanz auf einem Bein (1956); Laute und stille Gassen (1962)
  • Erzählungen und Romane: Jakobus und die Frauen (1908); Der von der Vogelweide (1912) Der Gaukler von Bologna (1916); Der Wundervogel (1929); Prinz Tunora (1934); Der Heimatsucher (1947)
  • Kinderbücher: Hatschi Bratschi Luftballon (1904); Florians wundersame Reise über die Tapete (1928); Taniwani (1947); Der Träumerhansl (1952)
  • Novellen.

Weiters stammt der Text der NÖ. Landeshymne von Ginzkey.

Ehrungen

  • Ehrendoktor der Universität Wien, 1932;
  • Ehrenzeichen der Republik Österreich für Wissenschaft und Kunst;
  • zweimal erhielt er den Bauernfeldpreis;
  • Ehrenring der Stadt Wien und der Stadt Salzburg;
  • Wappenring der Stadt Salzburg, 1956;
  • Großer Staatspreis, 1957;
  • Kunstpreis 1958.

Quellen, Literatur, und Weblink

  • R. Hohlbaum: Franz Karl Ginzkey (1921);
  • H. Mitteregger: Franz Karl Ginzkey (1952);
  • K. Heydemann: Literatur und Markt Werdegang und Durchsetzung eines kleinmeisterlichen Autors in Österreich. Der Fall Franz Karl Ginzkey (1985);
  • R. Hangler u. a.: Franz Karl Ginzkey und Seewalchen (1989).
  • Marktgemeinde Seewalchen: Franz Karl Ginzkey, Festschrift zur Ausstellung 1988.
  • Ginzkey in der Wikipedia